Poesie

Papier und Stift

Meine einzige Geliebte

Mein tödliches Gift

 

Stift und Papier

Mein glorreichen Untergang

Mein schillerndes Lebenselexier

 

(2016)

ALLES erlischt zu NICHTS

NICHTS war schon im-MEER ALLes

 

Geometrische Strukturen verschlingen sich wie Schlangen in der kalten Wintersnacht.

Blut in den leblosen Körpern kocht auf um die Adern zu füllen mit zähflüssiger Galle.

Belebt die elektrisch denkende Maschine, welche still im Schädel des Individuum schreit.

 

Stumm singen die Motten ein Lied auf der Reise in die herrliche Unbeschwertheit

welche sie am Ausgang des neblig Tunnels erwartet.

Zeitgleich erwachen 314159 Milliarden Neuronen um zu erfahren wie es zu sein scheint

wenn der Glanz der Strahlen das Blätterwald durchbricht.

 

Am Abgrund tummeln sich derzeit witzigste Samen.

Schwimmen in der Ursuppe des Dungs.

Hinterlassen von törichten Blinden, welche abgerichtet wurden um die tanzenden Affen zu nähren.

 

Hoffnungsvoll zwitschert die Amsel ihr Lied.

Ein Apfel fällt.

Trifft den Kopf des Richters.

Abgelegt vom Prozess versucht er nur einmal mehr die wackelige Waage aus Bronze zu stabilisieren

bevor diese von den flammenden Ölen der Gerechtigkeit in sich selber zerreißt.

 

Augenblicke halten sich fest auf vergilbtem Papyrus.

Geschrieben in kryptischen Runen mit der Asche des Waldes.

Purpurne Tinte so weiß wie die Unschuld des ersten Atoms schlängelt sich über die Seiten der

geschlossenen Enzyklopädie um das wirklich wahre Wissen zu halten.

 

Verschwommen Farbe auf zerkleinertem Leinen beschreibt die Ektase

welche tief unten im Abwassersystem darauf wartet von den verschollenen Geistern der Zukunft

geliebt zu werden

 

Flamboyante Ausbrüche des spukenden Berges, verborgen am Rande der Galaxie,

versteinert 1250° heiße, kochende Mineralien binnen Äonen von Sekunden zu:

330000 EINZIGartigen Blumen.

So schön das selbst die Schlangen verstummen um die zygomorphen Blüten des Löwen-mäulchen

zu verschlingen

 

Möge der Schein trügen, denn…

Ratten tummeln sich friedlich in königlichen Gewändern.

Ihre dünnen Krallen, so spitz wie die stumme Klinge des Samurai zerschlitz die prunkvollen Perlen

am unsichtbaren Draht, der dieses Konstrukt an exotischen Schätzen

zusammen fixierte damit wütende Seelen ihren Frieden finden

im dreckigen Wasser des Styx bevor sie die Schwelle des Jenseits in die Nacht der

glorreichen Ära der Dichter und Träumer entweichen.

Erfahren Sie hier das volle Leben welche sie bei Kerzenschein ersehnten?

 

Rauch in rötlichen Tönen spielt ein Sonett im Wind der Vergänglichkeit.

Weit oben, über dem steilen Pass, der den Klerus zu Kreuze führte,

schwebt ein Adler aus flammenden Steine.

Seine gebrochenen Federn wurden geflickt von den friedlichen Elfen des Jenseits

nur um erneut zerstört zu werden von dem Unmut der Gilde der Drachentöter.

 

Schneller, weiter, höher, lauter

Leiser, näher, tiefer, langsamer

Ticken die Uhren im Sekundentakt über Epochen hinweg

… die Tinte zeichnet einen Kreis …

 

Schreiben WIR sie nieder die Fabeln des Altertums um in der ungewissen Zukunft von vergangenen

Festen zu träumen

während die Motten sich noch immer in den Fäden der schillernden Dunkelheit

ein warmes Nest in den schlängelnden Adern des Systems erträumen.

 

Lesen wir sie mit offenen Augen?

 

Oder

 

Erblinden wir durch die Reflexionen im Spiegel?

 

(2021)

Als Kind eine Nachteule

Jetzt fängt der frühe Vogel den Wurm.

Wie sieht es aus mit dem Vogel der nie schläft?

Was geschieht mit ihm?

Fliegt er ins Paradies

Oder

Bleibt er im Limbus gefangen?

 

(2021)

Winzig  klein  am  Rand der  Hemisphäre

Versinkt  mein Geist  in  endloser  Schwere

Begleitet  durch Licht  in  der  Ferne

Beflügelt  durch unerwartete  Sehnsucht

Sucht  nach:  Erinnerung, Adrenalin, Freiheit

Fruchtloser  Acker, ein  Halm  so  fragil

Selbst  Disteln  sind einst  aus  einem  Samen gedeiht.

Über  Zeit, gedeihen selbst zarteste Strukturen

Pilze den Unrat verwerten 

 

Zyklisch durchstreift der Gefangene seinen Horizont

Trägt ihn seine Fantasie im Geiste

Erklimme die höchsten Berge!

Schwimme durch leuchtenden Plankton!

Springe in  die Tiefste Schlucht!

Erkunde fremde Spiritualität!

Verbinde Fäden gestrickt durch einen zufälligen Algorithmus 

in unendliche Kombinationen und du erhältst nicht annähernd die Schönheit des Momentes als

die Zeit die Unendlichkeit küsste.

Verschmelzen Erze im lodernden Feuer

Gewaltige Kräfte schweißen metallene Skulpturen

Tief  in  der  Nacht  liest  der  Iltis  die  Spuren

Tappt in die Falle erbaut von intelligenter Biomasse.

Habitable Zone in stetig wachsender Endlichkeit.

Rotiert in stetiger Veränderung.

 

Lebe die Einzigartigkeit jenen Momentes in dem Wahrscheinlichkeitsrechnung

Gelehrt wird durch müde Gesichter.

Bedenke, zur gleichen Zeit  fressen sich Maden durch offene Wunden.

 

(2021)

Wunderschöne Qual

Peinige mich

Steinige mich

Leg mich in Fesseln

Berausch mich

Verbrauch mich

Durchstich mich mit Nesseln

Berühre mich

Verführe mich

Halte mich fest

Brich mich

Erstich mich

Gib mir den Rest

Begehre mich

Bekehre mich

Zeig mir was wahr

Beglücke mich

Entzücken mich

Liebe mich gar

Dämon aus Sternenstaub

 

Synapsen wirbeln umher in einem Tornado aus Botenstoffen

Der Geist überfordert von dem Gewitter im Gehirn

Stille wünscht sich die getriebene Seele im Körper

Freiheit, danach sehnt sich das Ich, doch es gibt keine Stille für die Dämonen des Selbst

Linderung schafft eine kleine Pille, welche dich langsam zerfrisst

Dich Schritt für Schritt zersetzt bis du zu der ewigen Qual wirst, welche du beim Sturm so gefürchtet hast

Keine Heilung, nur ein aufschieben von Symptomen zu einer anderen bitteren Nacht in der du nicht einmal mehr zu zweifeln wagst

Bringt es dich ein Stück näher daran endlich frei vom fühlen zu sein

Bis du zu Sternenstaub zerfällst um dahin zu gehen woher du gekommen bist

In einsamen Stunden, sehnst du dich so sehr danach, dass es doch zermürbt

Doch Frieden zu finden, dafür bist du noch nicht bereit


(2024)

Lila grüne Dreiecke

 

Elektrische Spannung durchbricht Himmelsschwärze.

Dunkle Wolken, Sterne funkeln.

Donnergroll hallt über Weiten, hinweg, rollt über die Städte, Felder und den Wald.

Der Wald scheint still entgegen, ohne Menschen.

Doch lebt er farbenfroher als ein Clown im Manegenlicht

Ein Hauch von Melancholie durchzieht mein Gemüt, von Bildern der Sprache geweckt.

Die Wörter schlagen auf mich ein wie Blitze.

Durchlaufen meinen Körper ganz.

Zu verspielten Tänzen, fordern Sie mich auf.

Was wäre ich töricht?

So nimmt mein Körper Formen an.

Wagt sich raus aus seinem Unterschlupf.

Bewegt sich zu der exotischen Melodie.

Flamboyanter Ausbruch meiner Seele.

Rauch durchströmt mich, während ich singe. Ja, fast schreie ich schon im Takt.

Lebe hier!

Lebe jetzt!

Lebe bunt!

Lebe schnell!

Brenne!

 

(07/2024)